Helmut Newton

helmut newton
Manchmal habe ich Phasen, da verschlinge ich jede Information zu einem bestimmten Thema förmlich in mir. So geht es mir auch seit gestern Nachmittag mit Helmut Newton. Er ist beziehungsweise war einer der bekanntesten in Deutschland geborenen Fotografen. Er war es, der die Fashion und Erotikfotografie auf ein neues Level gebracht hat mit seinen aussergewöhnlichen Arbeiten. Durch Zufall eigentlich bin ich auf ihn gekommen, so sind wir beim Berlin besuch im Sommer an einer Ausstellung von ihm vorbei gelaufen und haben uns diese angesehen. Schon damals war es sehr beeindruckend seine außergewöhnlichen Arbeiten auf über zwei Meter Drucken an der Wand hängen zu sehen, ein Interview mit seiner Frau June zu hören, die davon schwärmte was für ein leidenschaftlicher Fotograf er war und mit Einblick in sein Arbeitszimmer als auch sein Equipment einen Eindruck davon zu bekommen, wie er arbeitete.

Gestern bin ich dann auf die Idee gekommen, youtube mal nach Helmut Newton zu fragen und siehe da, es spuckte mir sowohl die Dokumentation über ihn von Gero von Boehm als auch die Amateurmitschnitte aus dem Alltagsleben von seiner Frau June entgegen. Die beiden Videos geben ein Blick was für ein bewundernswerter Mensch er war und wie leidenschaftlich gerne er fotografierte.

Seine Erfolge sind wohl nicht ohne Luft holen aufzuzählen, aber dass für mich beeindruckendste war wohl der Druck von einem Buch (SUMO) mit einer Auflage von 10.000 Stück (angeblich), dessen Seiten in einem sehr ungewöhnlich, großem Format waren -etwa DIN A1-
Davon wurde eines im Rahmen einer Versteigerung für 620 000 DM versteigert (siehe Video)

Helmut Newton zeigte, dass es nicht auf die Technik ankommt um ein gutes Bild zu machen, so verwendete er in den meisten seiner Arbeiten, wenn überhaupt, nur Reflektoren und fotografierte nie mit einer Kamera mit “Motor drive” laut seiner Frau June. (Wobei davon auszugehen ist, nachdem er eine analoge EOS des öfteren in seiner Hand hält.) Er wusste was er tat und stellte genau darauf seine Kamera ein. Kein Belichtungsmesser integriert, kein Weißabgleich und Belichtungszeiten von einer halben Sekunde waren ganz normal.

Ein schnelles Knips und weiter, war damit also unmöglich. Doch nicht nur dass er sich viel Zeit für die Einstellung seiner Kamera genommen hatte, er war Perfektionist und stellte sich seine Models genau so hin, wie er sie sich vorstellte. Gerade für mich ein Ansporn mir mehr Gedanken über die Bildaussage und die genaue Pose zu machen und mit verschiedenen Posen zu spielen wie es nicht nur Helmut Newton sondern auch alle anderen “großen” Fotografen empfehlen.

Helmut Newton gehört für mich zu den ganz großen und die Dokumentationen über ihn sollte jeder Fashion oder Portraitfotograf einmal gesehen haben.

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